Innovative Schlaganfallrehabilitation

VASCage entwickelt neue neurotechnologische Therapieansätze für komplexe Schlaganfallfolgen

Schlaganfälle zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für bleibende Behinderung im Erwachsenenalter. Trotz großer Fortschritte in der Akutversorgung leben viele Betroffene langfristig mit erheblichen Einschränkungen – darunter Lähmungen, Sprachstörungen oder Schluckstörungen. Gerade letztere bleiben häufig unterschätzt, obwohl sie die Rehabilitation, Ernährung, Lebensqualität und medizinische Sicherheit maßgeblich beeinflussen können. Schluckstörungen, auch Dysphagie genannt, gehören zu den häufigsten Komplikationen nach Schlaganfall.

„Das Innsbrucker Schlaganfallforschungszentrum VASCage arbeitet an innovativen Konzepten, die über klassische Rehabilitationsansätze hinausgehen. Im Fokus stehen interdisziplinäre Lösungen an der Schnittstelle von klinischer Neurologie, Rehabilitation, Medizintechnologie und Neuroengineering.“ sagt VASCage Geschäftsführer GmbH Matthias Ullrich. VASCage integriert dabei umfassende Erfahrungen entlang der gesamten Schlaganfallversorgung mit: Von standardisierten rehabilitativen Versorgungsstrukturen bis hin zu translationalen Forschungsprojekten. Im Tiroler Versorgungspfad konnten unter anderem Dysphagie-Screening, logopädische Versorgung und die Reduktion aspirationsassoziierter Komplikationen strukturell verbessert werden.

„Schlaganfallrehabilitation endet nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Viele Betroffene leben über Monate oder Jahre mit komplexen Einschränkungen, die Motorik, Kommunikation, Essen, Trinken und soziale Teilhabe betreffen. Genau hier braucht es innovative, evidenzbasierte und patientenzentrierte Lösungen“, sagt Simon Sollereder, Leiter des Departments Rehabilitation & Recovery bei VASCage.

Ein innovativer Forschungsansatz ist die Weiterentwicklung neurotechnologischer Therapiekonzepte auf Basis von Gehirn-Computer-Schnittstellen, also Brain-Computer-Interfaces (BCI). Dabei werden Hirnsignale mittels EEG erfasst und genutzt, um therapeutische Rückmeldungen oder funktionelle Stimulation auszulösen. Solche Konzepte werden bereits in der motorischen Rehabilitation – etwa bei Armparesen – eingesetzt. VASCage untersucht gemeinsam mit Partnern, wie diese Technologien künftig auch für komplexere Schlaganfallfolgen wie Sprach- und Schluckstörungen weiterentwickelt werden können. „Unser Ziel ist es, bestehende neurotechnologische Ansätze nicht nur für die Wiederherstellung von Arm- und Handfunktionen weiterzudenken, sondern langfristig auch für jene Bereiche, die für Alltag, Selbstständigkeit und Lebensqualität zentral sind – etwa Kommunikation und sichere orale Nahrungsaufnahme“, so Sollereder.

Neben technologischen Innovationen verfolgt VASCage auch weitere translational orientierte Forschungsansätze, etwa zur Optimierung texturmodifizierter Ernährung bei Dysphagie oder zur Entwicklung objektiverer diagnostischer und rehabilitativer Verfahren.

Geschäftsführer Matthias Ullrich bestätigt, „Innovative Rehabilitation bedeutet heute mehr als klassische Therapie. Wir wollen Forschung, Technologie und klinische Versorgung so verbinden, dass Patient:innen nach Schlaganfall nachhaltig profitieren.“

Die in ihrer Konzeption einzigartige Gesundheitsförderungsstudie INN.HEALTH findet in Kooperation vom Schlaganfallforschungszentrum VASCage und dr edizinchen Universität Innsbruck statt. „Die Studie INN.HEALTH ist einzigartig, weil sie zum ersten Mal die Gefäßgesundheit der gesunden Bevölkerung repräsentativ erfasst und darauf basierend wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Präventionsprogramme entwickelt“, unterstreicht Lukas Mayer-Süß. Er ist Wissenschaftler und Neurologe und wickelt die Studie von Seiten der Medizinischen Universität Innsbruck ab.

Teilnehmer:innen für laufende Studien gesucht

Für laufende Forschungsprojekte sucht VASCage derzeit erwachsene Personen nach Schlaganfall mit Lähmung des Armes, insbesondere wenn zusätzlich eine Sprach-(Aphasie) und/oder Schluckstörunge (Dysphagie) bestehen. Die Teilnahme unterstützt die wissenschaftliche Weiterentwicklung innovativer Therapieansätze und nützt den Betroffenen.

Imaging diagnostics such as videofluoroscopy (VFSS) are essential for the objective detection of dysphagia (photo credit: VASCage)

Bild: Videofluoroskopische Schluckuntersuchung (VFSS) zur Diagnostik von Schluckstörungen (Bild 1), Innovative Schlaganfalltherapie mittels geräte-unterstützter Methoden (Bild2). (Fotocredit: VASCage). Hochaufgelöste Pressebilder zum Herunterladen unter https://vascage.at/news-and-events/

Links zu relevanten Publikationen

1) Gaps in Guidelines on Long-Term Management Strategies for Post-Stroke Dysphagia (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ene.70307)
2) Impact of dysphagia on early psychosocial consequences after acute ischemic stroke (https://www.jns-journal.com/article/S0022-510X(25)00241-2/fulltext)

Kontakt und Ansprechpersonen

Simon Sollereder, MSc, Leiter Abteilung Rehabilitation & Recovery, VASCage-Forscher und Logopäde ; simon.sollereder@vascage.at

VASCage 
VASCage GmbH ist ein international anerkanntes medizinisches Forschungszentrum für Schlaganfall und arbeitet mit weltweit führenden Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Industrie zusammen. VASCage beschreitet einen weltweit einzigartigen Weg, indem der komplette Bereich von Prävention, Diagnose, Therapie, Nachsorge und Rehabilitation abgedeckt wird. Die Durchführung und Organisation nationaler und internationaler klinischer Studien ist einer der Haupttätigkeitsfelder. Ein weiterer besteht in der Nutzung von künstlicher Intelligenz für die medizinische Bildverarbeitung. VASCage verfolgt das Ziel, möglichst vielen Menschen ein langes Leben in Gesundheit zu ermöglichen.  

Fördergeber 

Das COMET-Zentrum VASCage wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch BMIMI, BMWET, Tirol, Salzburg und Wien gefördert. Das Programm COMET von der FFG abgewickelt. 

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